Imposante Aufholjagd mit Silber belohnt

Luzern-Silber folgt auf Sevilla-Gold und glänzt ähnlich stark: Der Doppelvierer gewann auf dem Rotsee in Luzern nach einer imposanten Aufholjagd die zweite Weltcup-Medaille. Frauke Hundeling, Johanna Debus, Juliane Faralisch und Maren Völz kamen hinter Großbritannien und vor Weltmeister Niederlande ins Ziel.
Dabei hatte das deutsche Quartett nach 500 Metern noch auf dem sechsten Platz gelegen, sich dann aber vorgekämpft und mit den letzten Schlägen für den Kraftakt belohnt: 13 Hundertstelsekunden betrug schließlich der Mini-Vorsprung auf Holland. „Als wir unseren Schubschlag gefunden hatten, sind wir rangeflogen. Wir freuen uns über Silber, haben aber auch gesehen, wo wir noch Reserven haben“, meinte Bugfrau Völz.
Vor vier Wochen in Sevilla hatte der deutsche Doppelvierer noch vor Großbritannien gewonnen. „Heute haben wir gelernt, dass wir ein Rennen auch von hinten gewinnen können, Silber fühlt sich heute an wie ein Sieg“, sagte Juliane Faralisch und ergänzte: „Dass auch der Doppelzweier ins Finale gefahren ist, tut der gesamten Trainingsgruppe gut.“
Doppelzweier zieht Krebs
Mit Platz 6 im A-Finale mussten sich die beiden Zweier zufriedengeben. Sarah Wibberenz und Lisa Gutfleisch kamen hinter den Weltmeisterinnen aus den Niederlanden, zwei USA-Booten, Irland und Polen ins Ziel. Nach dem Kraftakt vom Vortag, als sich das Duo mit einem starken Schlussspurt im Halbfinale das Finalticket gesichert hatte, fingen sie sich 350 Meter vor dem Ziel zu Beginn des Endspurts einen Krebs. Da klaffte dann eine große Lücke zum Feld auf, was sich letztlich in dem großen Abstand niederschlug. „Trotz des technischen Fehlers bin ich zufrieden mit der Entwicklung. Es geht nach vorne. Ich bin sehr zufrieden mit beiden Booten“, sagte Trainer Marcin Witkowski.
Für Wibberenz ging’s direkt weiter. Gut zwei Stunden später fuhr sie im Mixed-Doppelzweier zusammen mit Arno Gaus zu Silber. Das Duo kam hinter USA 2 und vor USA 1 und Finnland ins Ziel.
Zweier auf Rang sechs, aber mit Potenzial
In einem engen Feld blieb für Tabea Schendekehl und Luise Bachmann im Zweier ohne Steuerfrau nur der sechste Finalplatz. Die Beiden, die ihre erste Regatta im Zweier zusammenfuhren, mussten sich den USA 2, Tschechien, Chile, Frankreich und USA 1 geschlagen geben. „Auf dem Papier ist der sechste Platz nicht das, was wir uns erhofft hatten. Aber wir sind erst am Anfang unserer Entwicklung. In Luzern haben wir unser Ziel, das A-Finale, erreicht. Jetzt setzen wir uns neue Ziele. Das ist nicht einfach, aber weiter geht’s“, meinte Luise Bachmann. Und Bundestrainer Alexander Schmidt ergänzte: „Der Vorlauf und das Halbfinale waren richtig gut, im dritten Rennen hatten sie technisch ein paar Probleme. Insgesamt war es ein gutes Wochenende. In dem Boot steckt großes Potenzial.“
„Ein kleiner Schritt zurück“
Keine Chance, in den Kampf um die vorderen Plätze einzugreifen, hatte der Frauenachter. Nora Peuser, Hannah Reif, Annabelle Bachmann, Pia Greiten, Tabea Kuhnert, Antonia Galland, Olivia Clotten, Paula Hartmann und Steuermann Florian Koch gerieten schon auf den ersten 500 Metern deutlich in Rückstand, der sich bis ins Ziel anwuchs. „Das war ein kleiner Schritt zurück. Wir bekommen die PS nicht ins Boot, wir haben bei der Anpassung der Bootsgeschwindigkeit mit dem Durchzug Probleme. Wir wissen, was zu tun ist, aber die Zeit rennt“, sagte Trainer Schmidt. In vier Wochen steht die EM in Varese an, gefolgt von der WM in Amsterdam Ende August.


