Große Gruppe voller Hoffnungen


20 Sportlerinnen, ein Steuermann, verteilt auf fünf Boote: Die Ruderinnen starten beim Weltcup in Sevilla mit einer großen Gruppe und voller Hoffnungen in die internationale Ruder-Saison 2026. „Die Gruppe wächst, der Druck steigt, die interne Konkurrenz ist belebend“, sagte Bundestrainer Alexander Schmidt vor der Auftakt-Regatta. Im Vergleich zur Vorsaison sind die Besetzungen in den einzelnen Booten reichlich verändert worden.
Im Frauenachter sitzen in Sevilla nur noch drei Ruderinnen aus dem Achter, der bei der WM im Vorjahr als Vierter denkbar knapp eine Medaille verpasst hatte: Paula Hartmann, Olivia Clotten und Tabea Schendekehl. Ebenso unverändert an Bord bleibt Steuermann Florian Koch. Neu im Achter sind Annabelle Bachmann, Lena Gresens, Tabea Kuhnert, Pia Greiten und Hannah Reif auf der Schlagposition. „Hannah hat sich nach ihrer Pause super bei uns eingefügt. Sie ist ein echter Teamplayer, rudert sehr effektiv, kann im Endspurt richtig abgehen. Insgesamt eine Vorzeigesportlerin“, meinte Schmidt zur neuen Schlagfrau. Im Fünf-Boote-Feld bekommt es der deutsche Frauenachter mit den Niederlanden, Großbritannien, Rumänien und Australien zu tun.
Doppelstart im Zweier
Einen Doppelstart hat Tabea Schendekehl vor der Brust und damit ein ordentliches Programm abzuspulen. Die DM-Dritte im Einer will den Auftakt-Weltcup gemeinsam mit Luise Bachmann nutzen, um zu sehen, wo das stark eingeschätzte Duo im internationalen Zweier-Vergleich mit 15 weiteren gemeldeten Zweiern steht. „Sie sind unsere physisch stärksten Riemenruderinnen und sie sind auch schnell. Wir freuen uns auf ihre Rennen“, meinte Schmidt.
Im Vierer ohne Steuerfrau geht ein Quartett aus erfahrenen und jungen Sportlerinnen an den Start: Michelle Lebahn und Nora Peuser aus dem letztjährigen Achter zusammen mit den Aufsteigerinnen Ricarda Heuser und Leandra Hogrefe gegen sieben andere Vierer. „Von ihnen erwarten wir keine Wunder, aber sie können ordentlich im Feld mitfahren“, bemerkte Schmidt.
„Zwei, die uns fehlen“
Als Ersatzfrau ist Paula Gerundt dabei. Verletzungsbedingt fallen hingegen Lene Mührs und Anna Härtl aus. Mührs ist nach dem Gewinn des DM-Titels in München im Zweier (mit Hannah Reif) unglücklich ausgerutscht und muss noch knapp einen Monat kürzertreten. Härtl, die nach München zurück zum Studium in die USA flog, musste dort nach einem Wirbelbruch operiert werden. Sie fällt längerfristig aus. „Das sind zwei starke Ruderinnen, die uns fehlen“, sagte der Bundestrainer.
Zwei starke Skullboote
Im Skullbereich macht sich die größere Kaderbreite bemerkbar: Mit dem Doppelvierer und dem Doppelzweier kann Bundestrainer Marcin Witkowski zwei starke Boote ins internationale Rennen schicken. Der Doppelvierer, Gewinner von WM-Bronze 2025, wurde nahezu komplett neu zusammengestellt. Frauke Hundeling ist geblieben und rückt auf die Schlagposition vor. Dazu kommen Johanna Debus, Juliane Faralisch und Rückkehrerin Maren Völz, die Olympia-Dritte von Paris. Sie treffen auf Doppelvierer aus neun anderen Nationen. Den Doppelzweier, der auf 16 andere Boote trifft, bilden Sarah Wibberenz und Lisa Gutfleisch, die Bronzegewinnerinnen im Doppelvierer aus Shanghai. „Beide Boote haben Potenzial. Jetzt gilt es aber, erstmal konzentriert in die Rennen zu gehen“, sagte Marcin Witkowski. Los geht’s für alle am Freitag mit den Vorläufen, die Finals stehen am Sonntag auf dem Programm.





